Rücksicht ist gut

Änderungsantrag der FRAKTION zum „ÖPNV für alle“ angenommen

Die Kieler Ratskooperation (SPD, Grüne, FDP) hat einen Antrag zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs in die Ratsversammlung im Juni 2020 eingebracht. Die FRAKTION konnte darin einige Ergänzungen unterbringen.

Mit dem Antrag „Der nächste Schritt zu einem attraktiven und leistungsstarken ÖPNV“ hat die Kooperation einen Antrag eingebracht, der im westlichen darauf abzielt die Preise für Bustickets zu senken und die Gültigkeitsdauer auszuweiten. So soll eine Jahreskarte 365 Euro kosten, Einzelfahrscheine sollen auf zwei Euro reduziert werden und bei Sozialtickets soll der Preis um die Hälfte gesenkt werden. Vergessen worden waren dabei aus unserer Sicht die Kindertickets. Dass diese jetzt auch mit von Partie sind konnten wir über einen Änderungsantrag erwirken, der von der Kooperation in ihren Antrag übernommen worden ist.

Im Zuge dessen konnten wir auch verankern, dass Kurzstreckentickets auch vor neun Uhr gelten sollen. Das kommt z. B. Schulkindern zu Gute, die gewöhnlich mit dem Fahrrad fahren, im Winter gelegentlich aber auch mal mit dem Bus.

Von der Kooperation ist zudem vorgesehen, die Gültigkeit von Einzelfahrscheinen auf Hin- und Rückfahrten innerhalb von 120 Minuten auszudehnen. Wir haben nachgesehen und festgestellt, dass Kiel aufgrund seiner Lage an der Förde Busverbindungen hat, die deutlich über eine Stunde dauern (z. B. von Neumühlen-Dietrichsdorf nach Schilksee). Hier wäre die 120-Minuten-Regelung für Hin- und Rückfahrt also gar nicht nutzbar. Deshalb haben wir angeregt, auch eine 240-Minuten Variante zu prüfen.

Schlussendlich konnten wir noch unterbringen, dass geprüft wird, ob und wie sich die Busfahrpläne an den Fahrplan der Schwentinefähre (Linie F2) anpassen lassen.

Auch wenn wir der Kritik der LINKEN stattgeben, dass sich auch ALG II-Empfangende eine Monatskarte leiten können sollten, finden wir den nun vereinbarten ÖPNV-Antrag insgesamt gut. Denn wissen muss man auch: Die nun von der Ratsversammlung vorgeschlagenen Preissenkungen (bei gleichzeitiger Attraktivitätssteigerung) müssen noch in Gesprächen mit dem NAH.SH-Verbund durchgesetzt werden. So gesehen sind dann nicht unbedingt die Ticketpreise zu hoch, sondern das ALG II schlicht zu niedrig (dem wird die LINKE bestimmt zustimmen).

Letztlich mahnt die PARTEI ohnehin dazu, dass „Schwarzfahren bezahlbar bleiben muss“ und wir Piraten fordern letztlich den „Fahrscheinlosen Nahverkehr“. Genauso, wie es Luxemburg seit Anfang 2020 als erstes Land der Erde vormacht: Einfach einsteigen und gut ist.

Antrag „Der nächste Schritt zu einem attraktiven und leistungsstarken ÖPNV“, Drs. 0377/2020: https://ratsinfo.kiel.de/bi/to020.asp?TOLFDNR=130243

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