Iltisbunker

Gemälde am Iltisbunker – Keine Tatsachen schaffen!

Das Kunstwerk am Iltisbunker zeigt das wichtigste Motiv der jüngeren Kieler Geschichte. Die Beendigung des 1. Weltkriegs. Hier ist größte Sorgfalt geboten. Wir fordern daher, dass die Neugestaltung des Fassade pausiert werden muss.

Die Fassadebemalung des Iltisbunkers, die den Matrosenaufstand von 1918 illustriert, blättert inzwischen stark ab. Der Ortsbeirat Gaarden hat sich deshalb schon lange mit einer Restaurierung bzw. Neubemalung des Bunkers befasst. Über viele Jahre hinweg konnte allerdings keine Lösung erzielt werden. Letztlich entschied man sich daher für einen Wettbewerb.

Aus acht Entwürfen wählte eine Jury drei Motive aus, die dann im ehemaligen Schleckermarkt (Elisabethstraße 68a) ausgestellt worden sind. Der endgültige Gewinner aus diesen drei Motiven (Bild des Künstlers Piotr Nathas) wurde dann über ein Bürgerbeteiligungsverfahren ermittelt. Darüber abstimmen konnten die Gaardener*innen an einer Wahlurne im alten Schleckermarkt.

Das ganze Verfahren hat allerdings auch eine erhebliche Protestwelle losgetreten und es hat sich einer Bürgerinitiative (BI) zum Erhalt des bisherigen Wandbildes „Revolution und Krieg“ von Shahin Charmi [1] gegründet. Die BI argumentiert, dass das derzeitige Bunkerbild den Matrosenaufstand in Kiel, der zum Ende des 1. Weltkrieges führte, auf einzigartige Weise darstellt. Die drei neuen Motive würden die mahnende Tiefe des aktuellen Bildes nicht annähernd erreichen. Außerdem sei es ein Unding, dass das Bild ausgerechnet im Jahr 100 nach Ende des 1. Weltkrieges verschwinden soll. Ferner bemängeln sie, dass die Restauration des alten Bildes nicht ebenfalls Teil der Abstimmung gewesen ist. Die Gaardener*innen also nicht die Möglichkeit hatten für den Erhalt des alten Bildes zu stimmen, sondern nur aus dem auswählen konnten, was die Jury für gut befunden hat.

Das Kostenargument der Stadt, wonach eine Restauration des aktuellen Wandbildes schlicht zu teuer sei, weil dazu die Fassade erneuert werden müsste, lässt die BI nicht gelten. Schließlich müsste die Fassade für ein neues Motiv ebenso renoviert werden.

Was mich als Gaardener erheblich stört ist ferner die Tatsache, dass die Stadt auf ihrer Webseite schreibt, dass die Ausstellung vom 19. April bis 14. Juni gezeigt wird/wurde. Allerdings erwähnt die Stadt mit kein Wort, dass die parallel dazu stattfindende Abstimmung bereits Mitte Mai endet/endete. Als ich mir die Ausstellung Ende Mai angesehen habe, da konnte ich – völlig überrascht – bereits nicht mehr abstimmen.

Aus all diesen Gründen beantragen wir für die morgige Ratsversammlung am 5. Juni, dass jetzt keine Tatsachen geschaffen werden und die Neugestaltung der Fassade umgehend pausiert wird. Die gewonnen Zeit soll dann genutzt werden um zu prüfen, ob die Gründe, die zum Ausschluss des derzeitigen Wandbildes von Shahin Charmi geführt haben, überhaupt gegeben sind.

Update vom 6.5.2018: Leider ist unser Antrag von der Ratsversammlung abgelehnt worden. Für unseren Antrag hat außer uns nur die LINKE gestimmt. Vielen Dank dafür!

Update vom 28.11.2018: Das Landesamt für Denkmalpflege hat die ganze Sache auf Wunsch der BI geprüft und ist zu dem Schluss gekommen, dass das Wandbild „Revolution und Krieg“ die „gesetzlichen Kriterien für die Einstufung als Denkmal“ erfüllt. Damit bleibt das Bunkerbild also erhalten [2].

Weitere Links zum Thema:

[1] Webseite zum Iltisbunker: iltisbunker.de

[2] Bericht des Kieler Express zum Erhalt des Wandbildes „Revolution und Krieg“:
https://www.kielerexpress-online.de/lokales/das-bunkerbild-ist-ein-denkmal-zum-100-jahrestag-des-matrosenaufstandes-sollte-die-fassade-des-iltisbunkers-in-kiel-gaarden-neu-gestaltet-sein-doch-das-verlaeuft-ganz-und-gar-nicht-wie-geplant/

Bericht aus der Ratsversammlung vom 05.07.2018 auf sozialismus-jetzt: https://linx01.sozialismus-jetzt.de/component/content/article/62-uncategorised/3093-fassadengemaelde-revolution-und-krieg-am-iltisbunker-muss-bleiben.html?Itemid=28

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.